von Klaus-Dieter Drewes, Kreisvorsitzender CDU Schaumburg

Stadthagen, der 27.01.2020. An diesem Tag, genau 75 Jahre nach der Befreiung des KZ Auschwitz hat der Kreisvorstand der CDU Schaumburg die ehemalige Synagoge in Stadthagen besucht. Die Synagoge ist ein Gebäude mit einer außergewöhnlichen Geschichte. 1938 haben die Nationalsozialisten sie in Brand gesetzt. Historiker gehen von der Reichspogromnacht am 09. November 1938 aus, in der dies in die Tat umgesetzt wurde. Der Förderverein ehemalige Synagoge Stadthagen e.V. hält die Erinnerung an die in der Altstadt stehende Synagoge wach. Die engagierten Vereinsmitglieder sorgen dafür, dass auch die örtlichen Erlebnisse und Gräueltaten in dem Gebäude nicht in Vergessenheit geraten. Ausstellungen für Schulen gehören auch zum Engagement der Frauen und Männer des Fördervereins.

Viel Unrechtes ist geschehen, Kinder, Frauen und Männer haben Dinge erlebt, die sich heute keiner von uns vorstellen kann. Die Frage nach dem Warum ist eine mit der wir uns auch heute noch beschäftigen müssen. So etwas darf sich auch nicht ansatzweise je wieder ereignen.   Dieser Teil der Geschichte war ein böser, ein sehr dunkler Teil und nicht wie ein Bundestagsabgeordneter der AFD behauptet „ein Vogelschiss“ in der deutschen Geschichte. Dieser Ausspruch macht mich heute noch wütend und zeigt doch, wie manche Menschen denken.

Wir als CDU stehen zu unserer Verantwortung diese Zeit der regionalen, aber auch nationalen Geschichte wachzuhalten. Die Dinge, die vor Ort aber in Hinblick auf Auschwitz und in den vielen anderen Lagern und Orten gesehen sind, waren grausam und ich kann sie nicht mit Worten beschreiben. Meine Augen füllen sich mit Tränen und ich weiß, dass wir diese Taten nie wieder gut machen können. Nur 8 000 Menschen haben Auschwitz überlebt. Ca. 1 100 000 (1,1 Millionen) Menschen wurden dort getötet. Familien auseinandergerissen, Mütter und Väter von ihren Kindern brutal getrennt. Erwachsene sowie Kinder wurden barbarisch missbraucht und am Ende doch getötet. Wir bitten auch heute noch um Verzeihung und dürfen dies alles niemals vergessen. 75 Jahre nach der Befreiung von 8 000 Menschen in Auswitz-Birkenau wissen wir auch, dass diese Menschen ein Leben lang mit ihren Erlebnissen konfrontiert wurden. Die körperlichen und seelischen Narben sind sicherlich regelmäßig wieder aufgebrochen. Ich verneige mich vor Ihnen, denn Sie haben uns die Chance gegeben, gemeinsam dafür zu sorgen, dass sich solche Dinge niemals auf deutschem Boden wieder ereignen. Lassen Sie uns die Erinnerungen wachhalten und auch unseren Kindern diesen bösen, einschneidenden Teil der deutschen Geschichte immer wieder in Erinnerung rufen.

Nie wieder!!!

Nähere Informationen dazu finden Sie im „Walsroder Appell“ der CDU Niedersachsen